Episode 106: Malerin Xenia Hausner vom Traunsee

Shownotes

Wenn Xenia Hausner über ihre Arbeit spricht, wird schnell klar, dass Kunst für sie vor allem eines bedeutet: sich auf etwas einzulassen, dessen Ausgang man noch nicht kennt. In Folge 106 von „ned zwida – der Salzkammergut Podcast“ besuchen Robert Steiner und Peter Zeitlhofer eine der bedeutendsten österreichischen Malerinnen in ihrem Atelier im Salzkammergut. Xenia Hausner erzählt, wie sie nach vielen erfolgreichen Jahren als Bühnenbildnerin beinahe beiläufig zu malen begann, warum sie ihre ersten Versuche wieder wegwarf und weshalb ihr eine gewisse Naivität vielleicht den Mut gegeben hat, überhaupt einen neuen Weg einzuschlagen.

Wir sprechen darüber, wie ihre großformatigen Bilder entstehen, warum sie ihre Modelle wie Schauspielerinnen und Schauspieler castet, weshalb Vertrauen dabei entscheidend ist und warum ein Kunstwerk für sie niemals vollständig planbar sein darf.

Es geht aber auch um die Welt außerhalb des Ateliers: um Kunst als Seismograf gesellschaftlicher Entwicklungen, um Klimawandel und die Skulpturen „Atemluft“ und „Zeitenwende“, um Frauen in der Kunst – und um das Salzkammergut als wunderschöne, vielleicht manchmal gefährlich schöne Idylle.

Ein Gespräch über Kunst, Mut, Scheitern, Neugier – und darüber, warum uns Kunst helfen kann, das Leben ein bisschen besser zu verstehen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Nichts wieder, der Salzkammergut Podcast von und mit Robert Steiner und Peter Zeitruf.

00:00:04: Servus!

00:00:05: Heute mit der Malerin sehen ja Hausner vom Traunsee.

00:00:09: Das Mein war kein Thema.

00:00:10: das wurde sehr spät zu einem Thema bis mir quasi passiert ist aber in einer Art Zufälligkeit wo ich heute rückblickend sage wie kann man so naiv sein?

00:00:20: Aber es war halt so.

00:00:21: Ihre Bilder hängen von der Albertina bis Peking.

00:00:24: Eines ihrer Ateliers steht bei uns am See.

00:00:27: Sie erklärt uns, warum sie das Salzkammergut eine Insel der Seeling nennt.

00:00:31: Der sie nicht ganz traut und trotzdem ihr ganzes Leben hierher zurückkehrt.

00:00:36: Wer hätte alles gewusst was ich heute weiß?

00:00:39: Hätte vielleicht die Finger davon lassen?

00:00:40: ja weil es ist auch ein giftiges Terrain.

00:00:43: Grüß dich Peter!

00:00:44: Ja was

00:00:44: Robert bist du ein bisschen aufgeregt?

00:00:46: Nicht

00:00:46: total heute, aber mein Fan.

00:00:48: Moment von mir.

00:00:49: Ja, das Gefühl ist es heute so wie wir in früher irgendwelche Mädels zu den Backstreet Boys gegangen sind.

00:00:53: Kann das sein?

00:00:54: So schlimm ist es jetzt nicht!

00:00:56: Aber ich bin schon ein Fan unseres heutigen Gastes und darf Sie kurz vorstellen... Unser heutiger Gast hat ihr Leben lang Bühnen für andere gebaut über hunderte Bühne Bilder für Häuser wie das Burgtheater Covent Garden oder die Salzburger Festspiele Und hat dann beschlossen Jetzt erzähl' ich meine eigenen Geschichten.

00:01:14: Heute zu Gast im Salzkammergurt-Podcast ist Xenia Hausner, Tochter des großen Rudolf Hausner aber alles andere als ein Schatten ihres Vaters.

00:01:22: Sie hat sich ihren eigenen Weg erarbeitet erst als gefragte Bühnenbilderin dann als Malerin der an großformatige Bilder heute in der Albertina in Belvedere und weltweit von New York bis Peking zu sehen sind.

00:01:35: Ihre Gemälde sind Inszenierungen.

00:01:36: sie baut Kulissen

00:01:38: fotografiert

00:01:38: ihre Modelle darin dann erst greift sie zum Pinsel.

00:01:42: die Bühne hat sie also wirklich nie verlassen Und mit dem Salzkammergut verbindet sie eine besondere Geschichte.

00:01:48: Nicht nur ihr Atelier, sondern als Botschafterin der Kulturhauptstadt.

00:01:52: in den Jahr- und Jahrzehnten schuf sie hier ihre allererste Skulptur atemluft!

00:01:57: Ein Klimamanmal das lange vor dem Bahnhof Bad Ischel stand – wo es heute steht erfahren wir noch.

00:02:04: Wir freuen uns jetzt sehr auf dieses Gespräch mit Xenia Hausner.

00:02:06: Hallo

00:02:07: Ich freu mich ja auch.

00:02:08: Sie sind so gut vorbereitet, mir bleibt nichts mehr zu sagen!

00:02:12: Das

00:02:12: ist schon alles gesagt.

00:02:14: Der kürzeste Podcast ever.

00:02:15: Robert hat heute früh gesagt zu mir er hat bereits ein Dossier im Kopf über sie.

00:02:20: Wir haben uns wirklich gut vorbereitet.

00:02:21: Frau Hausner, Robert hat gesagt, sie sind eben nicht ein Schatten ihres Vaters.

00:02:25: Ihr Vater war auch ein berühmter Maler.

00:02:27: Haben sie das jemals dennoch so empfunden?

00:02:30: Dass sie aus dem Schatten raustreten haben müssen, woher das da ansporen?

00:02:34: Nein, ich habe das nie so empfunden.

00:02:36: Ich habe ja sehr gerne ein Bühnenbild gemacht und irgendwann zwischen zwei Bühnebildern habe ich eine Lust gekriegt was für mich selber auszuprobieren etwas wo kein Kollektiverprozess involviert ist und habe halt eine Platte genommen und hab zu meinen angefangen das habe ich wieder weggeschmissen und so ich habe da überhaupt keinen Vorsatz gehabt.

00:02:56: es war nicht gedacht als eine Lebensänderung wie das dann Fahrt aufgenommen hat und mich mehr gefesselt hat.

00:03:03: Aber ich verstand, dass er mir irgendwann ein bisschen entscheiden muss zwischen diesen Dingen nicht alles halbmachen kann.

00:03:09: Aber das habe ich ... Ich hab von Anfang an so was ganz anderes gemacht, thematisch auch vom My-Style als mein Vater.

00:03:17: Das ist man gar nicht in den Sinn gekommen, ehrlich gesagt.

00:03:20: Da habe ich ein jugendliches Selbstbewusstsein gehabt.

00:03:23: Und das hat mich irgendwie nicht beschäftigt.

00:03:29: Ihn hat sehr beschäftigt, dann ist er relativ weit.

00:03:33: Nachdem ich zu meinen angefangen hab, ist er gestorben.

00:03:37: Aber ihn hat in den letzten Lebensjahren sehr beschäftigte wie so ich plötzlich mal war und war sich mal.

00:03:44: Also das war eine interessante Unterhaltung irgendwann einmal.

00:03:48: Was hat er denn dazu gesagt?

00:03:50: Naja es hat ihm gefallen.

00:03:53: Ich war so gebohlt dass ich eigentlich ... Ich wollte mich da eigentlich auf nichts mit ihm richtig einlassen, aber er hat sich dann gern damit auseinandergesetzt und so sind wir noch in eine späte Unterhaltung zu diesem Thema eingetreten.

00:04:11: Aber hat wahrscheinlich Ihre Werke davor ja auch sehr mitbekommen als Bühnenbildnerin?

00:04:16: Da waren sie ja sehr erfolgreich!

00:04:17: War das sozusagen wichtig für Sie dass Sie zuerst Ihren komplett eigenen Weg gegangen sind?

00:04:22: Für mich hat sich die Frage nicht gestellt weil ich bin ja nicht bei Bühnebild habe ich nicht gemacht und hab die ganze Zeit gedacht, ich möchte eigentlich gern meinen oder so.

00:04:30: Das war kein Thema für mich.

00:04:31: Ich hab Bühnenbild gemacht voll erfüllt.

00:04:34: Habe mich immer schon für Literatur interessiert und für Räume und so.

00:04:38: Also das hat voll ein Interessensgebiet von mir getroffen.

00:04:42: Und ich habe mich dort auch richtig gefühlt.

00:04:45: Und es war ... mein war kein thema.

00:04:47: Das wurde sehr spät zu einem thema wie's mir quasi passiert ist.

00:04:52: aber in einer Art Zufälligkeit wo ich heute rückblickend sage, wie kann man so naiv sein?

00:04:57: Aber was war halt so.

00:04:58: Aber ganz ehrlich... Ich habe noch nie mir plötzlich gedacht jetzt fange zu malen an!

00:05:02: Ich bin immer sehr interessiert in diesen Momenten wenn Menschen etwas dann dennoch machen.

00:05:07: Was war der Auslöser eben zwischen diesen zwei Bühnenbildern?

00:05:10: Wie kann ich mir das vorstellen?

00:05:12: Sie sind nach Hause gegangen und plötzlich haben sie ein Blatt Papier gesehen oder was auch immer Und zumal begonnen.

00:05:17: Oder gibt es da etwas in ihnen drinnen, was raus muss?

00:05:22: Ja, offenkundig.

00:05:23: Aber das sind halt nachträgliche Rationalisierungen.

00:05:26: Heute kann ich das so sehen?

00:05:28: Damals habe ich es überhaupt nicht so gesehen.

00:05:30: Ich hab ein Atelier gehabt, wo ich meine Bühnenbildmodelle, wo wir das gebaut haben und da war natürlich viel Werkzeug und Platten und Holz und alles Mögliches herumgestanden.

00:05:41: Und wieso ich dann irgendwann einmal zwischendurch mir eine Platte hingestellt hab Ich kann das nicht sagen, aber es war ja auch mit einer Beläufigkeit.

00:05:54: Und es war als Nebensäglichkeit eigentlich ... Der Einstieg war keine Lebensentscheidung und ich hab's halt gar überhaupt nicht empfunden so.

00:06:01: Das war einfach eine Spielerei!

00:06:04: Ich zerbrich mir ja nicht den Kopf, wenn ich auf irgendwas gritzel oder so.

00:06:07: Es passiert halt.

00:06:08: So ist das auch gewesen.

00:06:09: Dass sich das dann geholft hat... Immer wieder hat man mal ein Blatt genommen und die Alten haben weggeschmissen und so.

00:06:17: Ich bin so reingeschlittert.

00:06:19: Aber ... Ich hab sogar gelesen, dass Sie mehrere Sachen weggeschmissen haben.

00:06:24: Hat Ihnen dann jemand anderes gesagt?

00:06:27: Das ist so gut, das man's herzeigen könnte bzw.

00:06:30: behalten könnte.

00:06:31: oder kommt zu einer Erkenntnis irgendwann selbst?

00:06:34: Naja ... ich habe ja niemanden irgendwas gezeigt und es ist aus mir selbst gekommen.

00:06:39: Aber interessant, dass mich alle Leute immer fragen.

00:06:43: Weil sie könnten ja auch jeden anderen Mal fragen, wie ist er in die Malerei gekommen?

00:06:48: Wieso sind... alles so fokussiert auf diesen Moment, auf diesem Umstiegsmoment.

00:06:54: Das ist schon interessant, weil ... was Sie mich jetzt fragen, fragt mich fast jeder Interviewer und ich frage mich inzwischen ja, fragen denn alle die mit einem Künstler reden?

00:07:08: Was?

00:07:09: wie?

00:07:09: natürlich sagt man jeden Künstlern oder wie sind sie zur Kunst?

00:07:12: Aber da normalerweise gesagt, die fangen irgendwann an in der Akademie und das geht soweit.

00:07:17: aber dieser Diese Genesys, dieser Moment der Entstehung liegt ja in jedem Künstler drin.

00:07:24: Weil denken Sie an diese vielen jungen Leute die auf die Akademie gehen und die irgendwie so desorientiert da herum dorkeln auch zum Teil?

00:07:33: Und manche packt's und manche werden was und manchen geben es wieder auf und machen etwas anderes.

00:07:38: also... Es ist ja ein fließender Prozess!

00:07:44: Man kann dann die immer alle fragen Was war der Moment?

00:07:47: Naja, der Moment war so ein fließender Irrationaler muss man sagen.

00:07:53: Das muss man sich nicht als große Entscheidung vorstellen!

00:07:57: Aber ich glaube vielleicht wünschen es sich die Menschen dass das eine große Entscheidung bzw.

00:08:01: ein großer Moment ist.

00:08:02: bei mir ist es so... Ich stelle diese Frage ganz bewusst weil ich immer wahnsinnig spannend finde wenn sich Menschen neu erfinden plötzlich Auch wenn es erst in der Retrospektive herauskommt, dass das eine neue Erfindung ist.

00:08:13: Aber für mich ist es immer so spannend was Menschen antreibt über den Tellerrand hinauszuschauen vor allem wenn sie wunderbare Bühnenbilder gemacht haben und plötzlich dann hergegangen sind und sich völlig neu erfunden haben und eine Malerin aus ihnen geworden ist.

00:08:27: Das ist glaube ich bei mir dieser spannende Moment und das würde ich glaube auch jeden Maler oder jede Malerin fragen.

00:08:33: Was nicht wie es bei dir ist Robert?

00:08:36: Ich finde auch, ich find's auch total spannend dem Moment.

00:08:38: Aber ich verstehe auch warum Sie sozusagen das immer wieder gefragt werden und dass das dann aber mit der Zeit ein bisschen nervt.

00:08:45: Ich bin ein Schüler vom Herbick Zens gewesen und das Lustige ist... Der hat in mir schon gesehen was in mir drin steckt bevor es ich noch gesehen hab.

00:08:53: Das war wirklich Wahnsinn!

00:08:55: Und zwar hat er zu mir gesagt Du pass auf, wir haben Schrift gemacht.

00:08:57: Wir haben Skulpturen gemacht und wir haben gezeichnet.

00:09:00: Wir werden alles

00:09:01: ausprobiert.".

00:09:02: Und dann hat er zu mir gesagt, weißt du was Robert?

00:09:04: Die anderen machen die Kunst.

00:09:05: Du filmst das, du gehst zum Fernsehen!

00:09:07: Genauso war es!

00:09:09: Das ist wirklich lustig.

00:09:10: Ja aber das zeigt ja nur dass man selber oft gar nicht dieses Bewusstsein hat und in einer Neuivität das macht.

00:09:17: Und ehrlich gesagt, dass ich mich in so eine Neuvität eingelassen habe Also da kann man sagen, das danke ich mir heute.

00:09:26: Wer hätte alles gewusst, was ich heute weiß, hätte vielleicht die Finger davon lassen?

00:09:30: Ja weil es ist ja auch ein giftiges Terrain und gut, das kann man so sagen, ist das Theater vielleicht auch also... Die Kunst ist generell sozusagen ein Gebiet mit Untiefen.

00:09:40: aber wenn man das alles gewusst hätte, vielleicht hätte ich nicht diesen Mut gehabt, aber ich habe diesen jugendlichen Mut auch gehabt als ich war nicht mehr so jung die Kraft der Neuivität auch irgendwo gehabt haben, dass ich mich da.

00:09:54: Haben Sie das generell bei neuen Dingen?

00:09:56: Weil es habe ja auch oft gehört von Ihnen, dass sie einfach dann die Selbstbewusstsein haben oder vielleicht auch ein Stück weit naiver Selbstbewusste sein ohne Dinge zu wissen und trotzdem zu machen.

00:10:05: Ist das bis heute so?

00:10:06: Das

00:10:07: ist so!

00:10:08: Also, ich bin ja auch eine schlechte Strategien zum Beispiel und würde ... Würde ich eine bessere sein?

00:10:13: Würd ich mir alles viel mehr überlegen und würd weiß ich was machen.

00:10:16: Aber weil ich das gar nicht in mir hab, das ist keine Begabung von mir!

00:10:21: I wish i had it, aber dann lasse ich mich so ... Lasse ich mir einfach ein aufsachen.

00:10:27: Und der Kunst ist es ja auch nicht schlecht, wenn man sich auf was einlässt.

00:10:30: Weil man muss ja auch beim Malen sich auf etwas einlassen in der Malerei, im malerischen Prozess.

00:10:40: Aber in jedem künstlerischen, das ist jetzt nicht nur die Malerei ... muss man sich ja voll reinhauen und auch mit einem gewissen Mut zum Versagen eventuell zum Schiefgehen neu anfangen.

00:10:52: Das ist sozusagen ganz wesentlich ein Bestandteil in der Kunst.

00:10:56: Und insofern passt es.

00:10:59: Wird Kunst irgendwann a safe bett?

00:11:01: Wird's irgendwann eben nicht mehr so herausfordern oder gefährlich zu scheitern wenn man dann eben drinnen isst.

00:11:08: Oder schauen Sie sogar das, dadurch dass sie immer wieder neue Sachen beginnen und probieren wird?

00:11:13: Zum Beispiel diese erste Skulptur.

00:11:15: Dass es für Sie trotzdem aufregend bleibt.

00:11:17: Naja, dass ich überhaupt mit etwas Dreidimensionalen angefangen habe ist ja sozusagen mein Schritt was Neues auszuprobieren jenseits der Malerei.

00:11:26: Und ich hab' einen Bauder jetzt gerade so kleine Reliefkästen zusammen.

00:11:31: die werden wir sehen was die werden.

00:11:33: also Es ist ja für mich auch spannend, was zu machen, wo ich noch nicht genau weiß, was

00:11:39: rauskommt.

00:11:40: Aber das ist auch in der Malerei so ... Wenn ihr alles wüsste wie das Bild wird am Ende, müsstet ihr den Pinsel fallen lassen.

00:11:51: Natürlich hat man eine Idee, was ungefähr damit passieren soll und man geht mit nichts im Hirn.

00:11:56: Vielleicht gibt's die, aber ich mache jetzt keine Actionkunst oder sowas.

00:12:03: Ansonsten werden vermutlich viele Mal eine wage Idee haben, was da jetzt passieren soll.

00:12:10: Aber sie ist eben nicht so durchgespielt und das eigentliche passiert dann wenn man es macht.

00:12:19: Und da ist man ja oft sehr überrascht dass etwas ganz anderes rauskommt als das was sich ungefähr gedacht hat, wie es sein könnte.

00:12:27: Und eigentlich dort liegt auch das Spannende in dem ganzen Prozess dass einem das Bild was zuruft und sagt du das geht nicht so mach was anderes ja und das funktioniert nicht.

00:12:37: und dann muss man da auswählen.

00:12:38: also das heißt da ist viel probieren und sich selbst überraschen lassen von dem was passiert und das muss man mögen.

00:12:48: Ja und insofern, ich sage mal das jetzt was irgendwas Räumliches probieren ist ja auch nur ein Probierend.

00:12:54: In dem Probieren liegt halt viel.

00:12:56: Was klingt nach sich auf etwas Einlassen?

00:12:59: Ja genau!

00:13:00: Also das ist der ganze Spaß dran.

00:13:02: es ist eine Abenteuerfahrt.

00:13:04: Jedes Bild ist eine abenteuer Fahrt irgendwie und man weiß nicht... also natürlich denkt man sich Ich weiss ungefähr wie's wird.

00:13:12: Und es wird ja manchmal so Es ist ja nicht alles Völlig anders, als man es im Schädel hat.

00:13:17: Aber vieles rennt auch in eine total andere Richtung und das muss man eben zulassen und ergreifen.

00:13:23: oder auch der Zufall ist ja ein wichtiges Moment.

00:13:25: Das sind schon tausend Surrealisten erzählt aber da der Zufall ist eben auch ein erkannte Zufahl ist ein ganz wesentlicher Moment und den muss man ergreifern.

00:13:35: und solche Sachen das muss einem Freude machen.

00:13:40: diese Abenteuerfahrt

00:13:43: Ja, vor kurzem ein Interview geführt mit einem bekannten Interior Designer und Industriedesigner in Berlin.

00:13:50: Und er hat zu mir gesagt, sobald er sich in einem Metier zum Beispiel mit Material zu sicher fühlt geht er wieder weg davon.

00:13:58: Das heißt wenn er einen großen Erfolg gehabt hat mit Kunststoff oder Holz, geht er bewusst weg weil er das so spannend findet, sich neu zu erfinden oder zu orientieren.

00:14:08: Verstehen Sie so einen Ansatz?

00:14:10: Ja total!

00:14:12: Also gut ich habe ja auch... Ich hab mit Acryl gemeint, dann habe ich mit Öl gemeit und auf Fotos mit allen möglichen Medien gemeilt.

00:14:21: Solche Sachen passieren in einem Malerleben auch aber man probiert Techniken aus.

00:14:26: Man probiert verschiedene Sachen einfach raus die einem da kommen bei der Arbeit.

00:14:31: Collagen war sicher was es alles gibt!

00:14:33: Man durchläuft einen Wandel

00:14:36: und

00:14:38: das macht eben Spaß.

00:14:39: ja.

00:14:40: Aber jetzt kriege ich schon langsam einen Stress, weil wir so viel noch besprechen müssen in diese eine Stunde.

00:14:45: Zum einen natürlich die Bühnenbildnerin zum anderen die Malerei.

00:14:49: aber jetzt haben sie schon das ... die Skulptur, die Atemluft angesprochen.

00:14:53: Wie passiert es dann?

00:14:54: Kommt die Kulturhauptstadt auf Sie zu uns und sagt jetzt brauchen wir von Ihnen das Kultur.

00:14:58: oder war das ein Vorschlag?

00:15:01: Naja, es waren die Elizabeth Schweger, die die Kulturhaftstadt gemacht hat.

00:15:04: Die hat schon mich gefragt Und ich hatte diese Atemluft ja schon, aber eigentlich angedacht eh schon für den Heller seinen Garten an der Donau.

00:15:24: Der er jetzt eröffnet wurde und insofern war das für die Kulturabstatt eine Leihgabe weil es war schon ein Plan den es gegeben hat für den heller.

00:15:34: Und dann, wie das aber ... Dann ist es dort ein Jahr gestanden.

00:15:39: Wie's weg war haben die Leute gesagt, da steht nix mehr.

00:15:43: Wieso?

00:15:44: Wir

00:15:44: waren auch

00:15:46: enttäuscht.

00:15:46: Ja

00:15:47: und dann ist die Frage losgegangen ja, was können wir jetzt machen?

00:15:52: Da ist es nicht sinnvoll, dass selber Österreichs ein kleines Land zwei mal Atemluft hinstellen würde, keinen Sinne geben.

00:15:59: Nicht einmal wenn es Hannover wäre.

00:16:01: also ... ist mir das mit der Zeitenwende eingefallen.

00:16:09: Das wollte ich auch schon lange machen, diese Uhr, die sich am Kopf dreht ... Ich weiß nicht, ob Sie es gesehen haben jetzt?

00:16:14: Diese Uhr dreht sich in einer Stunde einmal um die eigene Achse sehr langsam und wenn man da so schnell vorbeigeht, kriegt man das gar nicht mit!

00:16:25: Das merkt man nicht.

00:16:25: Die Drehung ist so langsamer, wenn ich nach einer Viertelstunde vorbeigehe und sage mir, da ist irgendwas passiert oder habe ich mich geirrt vorhin?

00:16:32: Und die Zeiger stellen fünf vor zwölf weil ich die Bürger von Ischel nicht deprimieren wollte.

00:16:39: in meiner persönlichen Meinung stehen sie fünf nach zwölft.

00:16:42: aber Gott, wenn man das aufstellt dort muss es noch diesen Funkenaufwand geben.

00:16:50: Da haben die Leute bei der Bürgermeisterin nach der Eröffnung sofort angerufen und hingeschrieben.

00:16:56: Die Uhr ist ja schon hin, die Uhr war nahe!

00:16:59: Die Uhr nicht hin?

00:17:01: Das ist das Konzept.

00:17:02: Die Zeiger stehen fünf vor zwölf.

00:17:06: Und ich finde Zeitenwände umfasst natürlich mehr als den Klimawandel.

00:17:11: Demokratie-Autokraten... Alles im kommenden Welt, immer Umbruch.

00:17:16: Was weiß ich?

00:17:17: Wir sind in einer Zeitenwende ... Man kann natürlich immer werden alle Leute gesagt haben, ja jetzt sind die Zeiten anders.

00:17:22: Aber ganz objektiv so wie sie jetzt anders sind war uns schon lange nicht anders.

00:17:27: Also so Zeitenwände trifft es und zwar das Klima und alles andere auch was wir jetzt so an großen Themen haben.

00:17:34: Und so steht das dort mit diesem kleinen Slot von fünf Minuten Weil wir sehen, ob man den ergreift.

00:17:43: Und das finde ich gut daran ist auch ... Wir sehen ja jeden Tag im Fernsehen die Gletscher abrutschen und dass alles ins Wasser fällt, dass die Überschwemmungen kommen als wir wissen seit Jahren!

00:17:55: Wir schauen es uns im Fernseh an und sagen wahrscheinlich Gott sei Dank, dass noch nicht bei uns.

00:17:58: Aber bei uns ist schon alles verbrannt in Bordeaux-Brenz oder überallbrenzen.

00:18:03: Die Wissen sind einfach, also wir haben genug Signale vor unseren Augen.

00:18:07: Aber

00:18:07: wir reagieren eben total langsam Und es gibt in jedem Fernsehen den Spruch, ja natürlich.

00:18:13: Aber ohne Wirtschaft werden wir das nicht mal ein Klimawandel schauen.

00:18:16: aber wir werden das nicht dann erreichen sondern dann erreichen und natürlich ohne Wirtschaft können wir das überhaupt nicht mehr so gut.

00:18:22: Wir werden halt alle weggefegt wenn wir haben's dann mit der Wirtschaft gemacht aber sie wird uns nicht mehr geben.

00:18:27: also das ist meine Message und das Langsame ist eben eigentlich die Welt geht ja gar nicht so langsam zur Grunde Dass wir immer vorbeigehen und dass da diese Unmerklichkeit enthalten, um sowohl so große Zeichen zu sehen.

00:18:41: Warum sind wir so?

00:18:43: Was glauben Sie?

00:18:44: Warum würden wir wissen wie es besser geht und wir machen's

00:18:47: nicht?

00:18:49: Es ist unbequem!

00:18:50: Und das würde natürlich zu wirtschaftlichen Einbußen führen und zu vielen schrecklichen Dingen.

00:18:55: aber wir können uns halt das jetzt aussuchen zwischen allen schreckliche Dingen dass erhalten wollen, dem Planeten irgendwie so.

00:19:06: Dann müssen wir uns sicher zu etwas sehr unbequemen durchringen und Politiker wollen halt nicht die Verkünder dieser unpopulären Sachen sein.

00:19:19: Man sollte sich einfach alle nur einmal wählen in einer etwas längeren Legislaturperiode, damit die auch mal unpopuläre Sachen richtig durchziehen.

00:19:28: Aber durch diese Wiederwahl und auch diese ununterbrochene Landtagsfälle – alles was dazwischen ist funktioniert das nicht!

00:19:34: Und dann sind die Autokraten auf der anderen Seite und die Chinesen sind ja nicht blöd und sind sehr intelligent und effizient und ehrgeizig.

00:19:44: Natürlich sind sie undemokratisch aber effiziente.

00:19:49: Wenn der Xi Jinping hat gesagt, wir werfen zu viel Essen weg.

00:19:53: Weil die Chinesen essen ja auf diesen großen Tischen, die sich drehen und es schaut so aus wie eine Riesen-Sauerei ist das auch dann und wird sicher mehr weggeschmissen als bei uns.

00:20:02: Und er sagt, dass geht nicht!

00:20:04: Wer essen wegschmeißt den, bestraufen wir.

00:20:08: In einer Woche wurde kein Essen mehr weggeschmissen.

00:20:10: für mich schon toll aber natürlich dass wenn man über die Kreuzung geht, überwacht ist und schon das alles weiß.

00:20:16: also wir wissen um die Schattenseiten dieser Sache.

00:20:19: Ich habe die Kunst, die Musik des Theater immer als etwas empfunden wo den Menschen der Spiegel vorgehalten worden sind.

00:20:27: Über die Probleme es da draußen gibt.

00:20:28: es hat Künstlerinnen und Künstlern gegeben die sich eben so ausgedrückt haben und die was zu sagen gehabt haben.

00:20:34: Das ist die eine Seite, ich habe das Gefühl teilweise... Die andere Seite wird immer schwächer, die Aufmerksamkeit der Menschen wird immer Schwächer Und vielleicht kommt die Botschaft gar nicht mehr an.

00:20:46: Wie sehen Sie das?

00:20:47: Haben sie das Gefühl als Künstlerin wirklich noch die Leute mit der Wahrheit, mit der unbequemen Wahrheit aufrütteln zu können oder kommt es gar nicht mal an?

00:20:56: Ich glaube gute Kunst wird immer aufrüteln.

00:21:03: Man reflektiert ja immer die Zeit, in der man lebt.

00:21:06: Und die Kunst hat noch nie praktisch bewirkt, dass ein Krieg eingestellt wurde – das hat sie leider nicht geschafft!

00:21:14: Aber eine Wahrnehmbarkeit und eine Sensibilität für das Thema oder eine Auseinandersetzung mit einem Thema in die Gemüter reinzubringen, das kann sie und es ist auch ihre

00:21:26: Aufgabe.".

00:21:27: Und das leistet sie auch, wenn es ein gelungenes Konstrukt ist.

00:21:32: Sehen Sie da Ihre Rolle eben darin damit zu wirken den Menschen, das zu zeigen?

00:21:37: Ja ich glaube, dass passiert automatisch, das muss man nicht überlegen.

00:21:42: aber ich habe ja zum Beispiel diese Zugbilder gemalt die eine Reaktion waren auf diesen ersten großen Wellen Migrationswellen im Jahr war.

00:21:52: Im Jahr haben wir dieses Thema aufgenommen und Da habe ich mich lange damit beschäftigt, weil diese Frage der Zugehörigkeit und Unzugehörtigkeit und Wurzellosigkeit das ist ja nicht nur ein rein syrisches Flüchtlingsproblem.

00:22:08: Das betrifft uns alle!

00:22:10: Und da ist eine Reihe von Bildern entstanden die das sehr stark thematisiert haben.

00:22:14: also Ich bin aber nicht die Reporterin am Bahnhof die berichtet über die Ankommen am Westbahnhof sondern es.

00:22:23: Ich greif das auf, es geht irgendwie durch eine Kaffeemaschine, innere bei mir durch und wird dann anders wieder ausgespuckt in einem Bild.

00:22:31: Aber greift sicher das Thema?

00:22:34: Glauben Sie, dass sie dieses Talent des Hinschauens durch ihren Beruf bekommen haben?

00:22:41: oder war das immer schon etwas, die am genauer hingeschaut hat und verarbeitet das gesehen nicht an der Kunst?

00:22:46: Oder ist es einfach für Sie ein Werkzeug geworden um die Themen aufzugreifen?

00:22:52: Ja, ich verstehe.

00:22:54: Das könnte ich gar nicht genau sagen, weil wenn ich jetzt nicht meinen würde ... Vielleicht würde ich schreiben oder was anderes machen und würden mich genauso damit beschäftigen.

00:23:04: Also ... Wenn ich nichts anderes schaffe, wäre ich eine wache Bürgerin, wenn ich nix anderes zusammenbringe.

00:23:12: Und das ... dass ich das umsetze auch in einem künstlerischen Prozess.

00:23:18: okay, das ist mein Privileg.

00:23:22: Das ist das, was mich am meisten interessiert und dadurch ist es mein Privileg.

00:23:25: Aber ich würde halt anders mich genauso für die Themen der Zeit interessieren.

00:23:30: Ich hätte sie vielleicht nicht so rübergebracht oder ... Oder ich hätt' mich halt nur an der Urne ausgedrückt, ja?

00:23:37: Hahaha!

00:23:37: In

00:23:40: den Jahren des Jahrhunderts war dann bei uns auch ein sehr einschneidendes Erlebnis mit Corona.

00:23:44: kurz danach Haben Sie in der Albertina eine der traumhaftersten Ausstellungen, die ich jemals erlebt habe gestalten dürfen?

00:23:52: Ich nehme an sie waren schon vor Corona weiter mit beschäftigt oder?

00:23:56: Naja es hätte ein Jahr früher sein sollen das verschoben worden und es war ja auch leider dann ... am Schluss hat man gesehen wahnsinnig viele Besucher waren da drin.

00:24:08: Aber die Eröffnung war trotzdem deprimierend, weil es war so eine Eröffnung auf der Schmallspur und auf Video.

00:24:15: Und zwar waren wir schon alle dort ohne Maske – das war erlaubt!

00:24:20: Wir sind dann da auf der Rampe von Albertina mit ein paar Pappbechern auf der Rampel gesessen.

00:24:25: Das war unsere Eröffnungsfeier.

00:24:28: Es war wirklich äußerst ... Schmalspur war ein bisschen traurig nach der ganzen Arbeit.

00:24:34: Aber insgesamt hat die Ausstellung die Leute halt interessiert, ja?

00:24:39: Das war jetzt die Untertreibung des Jahrzehnts weil in Wirklichkeit Kritiken waren.

00:24:43: unglaublich es war.

00:24:44: ich habe einige Kritiker gehört haben gesagt das war die perfekteste Ausstellung seit langem.

00:24:49: Weiß ich das weiß ich jetzt gar nicht so gut also freut mich jedenfalls.

00:24:52: ich hab Reaktionen gekriegt von vielen Seiten.

00:24:56: und

00:24:57: aber nehmen Sie uns mal mit wie Schafft das ein Künstler, in solche Museen mit so einem Ruf zu landen?

00:25:04: In Wirklichkeit ist es bei Ihnen New York Peking.

00:25:07: Das klingt jetzt toll aus!

00:25:08: Es ist danke für diese hübsche Beschreibung aber... Ich weiß es nicht.

00:25:17: Meistens kommt ja ein Kurator oder der Museumsdirektor auf einen zu, der das Werk sieht und bei allen Ausstellungen so Kuratoren sehen was alles gibt in der Welt und überlegen sich ob sie damit eine Ausstellung machen wollen.

00:25:29: Also das ist das einfache Prinzip

00:25:32: Das heißt das rufen auch?

00:25:33: Man

00:25:33: kann sich selber gar nicht so steuern also man kann sich nicht reindrücken Irgendwie.

00:25:38: Absolut nicht, aber rufen bei ihnen Museen an und bitten um Bilder oder wie funktioniert das?

00:25:43: Also nicht täglich würde ich sagen.

00:25:46: Aber es gibt schon... Es kommt so aus vor ja.

00:25:50: Total spannend!

00:25:52: Wie wichtig ist das Publikum?

00:25:53: würden Sie auch malen wenn sie kein Publikuum hätten?

00:25:57: Ja ich glaube schon.

00:26:00: Ich würde das... Ich hab ja so eine autistische Komponente.

00:26:06: Und ich bin auch gern allein im Atelier, und das sind alles Dinge ... die mich allein sein bedrückt nicht.

00:26:12: Ich muss nicht dauernd hinrennen, wenn wir treffen oder so.

00:26:16: Also, dadurch bin ich aber auch nicht so kontaktfreudig, wie es vielleicht gut wird, dass man ein bisschen exogener mehr Lust hätte was zu machen.

00:26:24: Das ist bei mir etwas verkümmert.

00:26:29: Da habe ich überhaupt keinen ... Ich hab da kein Problem.

00:26:33: Aber man würde auch lügen als Künstler, wenn man sagen würde, dass man völlig urst, was die Leute dazu sagen.

00:26:38: Weil natürlich schlummert diese andere Seite in einem.

00:26:41: Man möchte es der Welt zeigen und auch wertgeschätzt sein von der Welt.

00:26:47: Das ist die andere Seite.

00:26:48: Also machen tut man's in erster Linie für sich selber aber ... Herzeggend und was dann trotzdem ganz gerne.

00:26:59: Aber vielen, vielen Dank dass Sie uns hereingelassen haben zu sich in dieses wunderschöne Atelier.

00:27:04: Sie sind also auch nicht wieder, obwohl ich sehr lästig war und glaube ich viermal angerufen habe.

00:27:08: Und sie darum gebeten haben dass wir den Termin jetzt schaffen.

00:27:10: aber Ich bin jetzt wirklich noch mehr begeistert weil ich hier Atelier gesehen hab Weil das ist eigentlich wie eine Hinterbühne gebaut Riesen groß mit Aufhängungen.

00:27:21: Sie arbeiten an mehreren Werken gleichzeitig.

00:27:24: Man sieht diese wunderbaren Farbtuben Da spielt sich das Leben ab bei ihnen.

00:27:28: Ja, ich hoffe.

00:27:29: Also ja ... mein Leben spielt sich da drin ab!

00:27:32: Ich bin da eh ganz zufrieden.

00:27:35: Sie haben ja drei Ateliers?

00:27:36: Ist das ein Problem?

00:27:37: Ja, also hauptsächlich zwei.

00:27:39: Zwei.

00:27:39: Wien und Wien.

00:27:41: Und ... na, das ist kein Problem.

00:27:44: Früher hab' ich eben auch dass Berlin noch stärker bespielt als jetzt.

00:27:48: Und dieses Erosion zwischen drei Standorten is gewaltig.

00:27:52: Und ich habe zwar überall alles... Es gibt in Wien und hier überall dieselben Sachen stehen.

00:27:58: Und im Grunde genommen auch in derselben Ordnung, weil man macht ja ... Man hat eine gewisse Arbeitsroutine die erzwinkt sozusagen eine bestimmte Anordnung im Atelier.

00:28:12: Sie können mich nach Malaysia schicken.

00:28:13: Nach ein Jahr schaut's dazu aus wie hier mehr oder weniger.

00:28:17: Also... Ja, und das habe ich alles doppelt und dreifach.

00:28:23: Und trotzdem fehlt immer irgendwo was... ...und es fahrt einer hin und her und bringt was rüber und so.

00:28:29: So ist es halt.

00:28:30: Aber den Sommer über sind Sie liebend gern hier?

00:28:33: Ja

00:28:33: total!

00:28:34: Ich liebe dasseits.

00:28:34: kann man gut mich das mal zu diesem Thema sagen darf.

00:28:38: Wir kommen schon noch dazu aber wir gerne ein bisschen in die Malerei einsteigen nach bei Ihnen.

00:28:42: Sie haben mir gesagt der Malerei sei stärker als die Wahrheit im Leben.

00:28:45: Was heißt das für sie?

00:28:47: Keine Ahnung, was ich da schläufe.

00:28:50: Aber ... Naja, ich kann mir so ein bisschen ... Ich mein, in der Malerei wird ja wie in der Literatur übrigens auch ... Da werden Dinge auf den Punkt gebracht

00:28:59: z.B.,

00:28:59: zwischenmenschliche Beziehungen oder Einsamkeit, Liebe, alles Mögliche, alles Themen die wobei ich greife, sagen wir, figurative Themen auf und man könnte auch ganz andere Sachen sagen.

00:29:10: Man könnte Dribbingen sagen aber es gibt so essentielle Momente in der Kunst auf den Punkt gebracht.

00:29:20: Und kommen in einem Kondensat daher, und das ist sozusagen intensiver als der Alltag.

00:29:28: Ich sag ja auch immer ... also bei Ausstellungen viele Modelle haben sich dann gerne neben die Bilder gestellt und haben dann so ein bisschen gewunken und gesagt, schau zu ich bin es ja und so.

00:29:41: Und ich sage immer, tut's mir das nicht an?

00:29:44: Eigentlich sollte ich sagen, tut's euch nicht an!

00:29:48: Jeder natürliche Mensch ist in gewisser Weise viel trivialer als das Kondensat des Bildes.

00:29:55: Und ich vermute, dass habe ich damit gemeint.

00:29:58: Das ist ja in der Literatur genauso.

00:30:00: wenn sie über Ehebruch, was erfahren wollen.

00:30:03: Erfahren Sie viel mehr bei Madame Bovary als wenn sie es in der Zeitung lesen das gerade wer wehen betrogen hat?

00:30:09: Das können Sie zwar lesen diese Dürrenfakten und auch weiß ich was dass es noch einen Streit gegeben hat oder alles mögliche aber nie werden sich so gut verstehen wie wenn sie Madame Bovarie oder Anna Karenina oder sowas lesen.

00:30:22: ja keine Ahnung.

00:30:24: Also da liegt ein Verstehender Welt drin.

00:30:30: Das hat jetzt mit der Malerei gar nichts zu tun, dass in der Kunst wenn es gut rein drin ist und über die Kunst verstehe ich eben das Leben besser.

00:30:41: Und dann muss sich nicht nur die billende Kunst nehmen, eben die Literatur auch kann man genauso nehmen.

00:30:48: wer viel liest versteht zusammenhängen besser zwischen Menschen in der Politik, also nicht Sachbehörden, sondern Romane über irgendwas.

00:30:58: Plötzlich entwickelt man eine Sensibilität für bestimmte Zusammenhänge – das leistet die Kunst!

00:31:05: Also ich glaube Beschäftigung mit Kunst erzeugt wissendere Menschen und auch demokratiefähigere Menschen.

00:31:14: Ich empfehle die Kunst jeden einfach um auch an der Gesellschaft anders anteilt zu nehmen.

00:31:23: Vielen Dank, da können wir wirklich was mitnehmen eigentlich.

00:31:26: Mit diesen Aussagen erinnert mich Peter an die Geschichte wie wir Christian Reiner interviewt haben in seiner Wohnung und ganz begeistert waren dass er dieses Gemälde hinter sich hängen hat wo er selber drauf ist neben zwei Damen natürlich wieder.

00:31:40: und wie ihm gesagt haben die Xenia Hausner hat dich gemalt hat er gesagt stopp nein stimmt nicht.

00:31:44: sie hat mich gekastet für dieses Bild

00:31:48: Genau.

00:31:48: Er steht ja nicht neben zwei Damen, sondern er steht zwischen zwei Damen und das ist ja kein Zufall.

00:31:55: Und ich habe so ein ... Ich hab bei mir wenig Männer in den Bildern aber die haben dann auch doch eine sehr wichtige Rolle wenn sie dann auftauchen So ein Mann gesucht, einfach so einen Womanizer.

00:32:10: Sie

00:32:11: haben ihn gefunden?

00:32:12: Ja!

00:32:13: Ich hab ihn ... ich hab ihn gesucht und er ist mir gleich eingefallen.

00:32:18: Einen der so einen Schlag bei Frauen hat ja.

00:32:21: Aber ich wollte nicht irgendeinem Dunkel, wenn man irgendeiner da mit Weibern rummacht.

00:32:26: Das war mir nicht interessant genug.

00:32:29: Er ist ja eben sein Zauber-Liktor.

00:32:31: Sag mal, ich würd sagen, sein erotischer Faktor liegt auch... In seiner Intelligenz und in seinem Witz.

00:32:38: Und damit betörter Frauen ja sicher auch, mehr als einer der nur einen gut trainierten Body hat.

00:32:45: Also er hat da einen Witz und eine Intelligenze und das ist auch Teil von seinem erotischen Charisma.

00:32:52: Teil davon!

00:32:53: andere Sachen wird er auch haben.

00:32:55: Das wissen wir nicht, das geht uns auch nichts an!

00:33:01: Wie suchen Sie sich generell die Menschen aus?

00:33:03: Bei Christian Reiner versteht es natürlich öffentlich und so weiter.

00:33:07: aber wie kommen sie auf die Menschen generell diese eben für ihre Bilder kasten?

00:33:11: Es sind ja nicht die Modelle sondern es sind ja im Prinzip Schauspielerinnen und Schauspielen die sie dann in die Bilder setzen.

00:33:17: was reizt sie am menschen

00:33:21: also?

00:33:22: Also ich muss dazu sagen, den Christiane habe ich ja auch gekannt privat.

00:33:25: Ich hab ihn nicht besonders gut gekannt aber ich habe ihn gekannt.

00:33:29: Dadurch ist es mir leichter gefallen ihn anzustodeln wenn man so will und am Ende vom Bild kennen sich beide sehr gut nicht?

00:33:37: Wenn wir ein Bild mal plattelt man sicher selber auf und der der einen die ganze Zeit anschaut wir schauen uns wechselseitig an und am ende man kommt auch ins Gespräch.

00:33:47: am Ende habe auch ich mich bloßgelegt, wenn man so will.

00:33:52: Aber gerne!

00:33:53: So ist es halt.

00:33:54: das ist der Arbeitsprozess.

00:33:56: und wie komme ich zu den Modellen?

00:33:58: Ja also ich habe da so ein ausgefahrenes Radarsystem und ich hab schon welche im Restaurant angesprochen oder irgendwo kostet mich eine Überwindung und sehr gut ist oft in der Akademie oder bei Ausstellungsöffnungen in jungen Künstlern Alles sehr interessant.

00:34:17: Sie haben alle einen Innenleben, hadern mit der Welt und so.

00:34:20: Also alles sehr gute Voraussetzung ... um ein interessantes Gesicht zu sein oder Modell zu sein.

00:34:27: Und da spreche ich halt schon auch oft Menschen an.

00:34:32: Oder ich kenne sie von Hause aus.

00:34:34: Weil ich am Theater war, kenne ich auch für Schauspielerinnen.

00:34:38: Und tu mir da auch leicht, die anzusprechen.

00:34:44: Ja, also da ... viele kenn ich noch.

00:34:48: Aber natürlich das Leben geht weiter und jetzt bin ich schon ja länger nur die Zuschauerin.

00:34:53: aber ich kenne auch Privatfile und so.

00:34:55: Und dadurch vermittelt sag ich, kannst du die nicht ... Die interessiert mich, kannst dich die nicht vielleicht mal ansprechen?

00:35:01: Ich würd die gern kontaktieren und so und rennt das ganz gut.

00:35:05: Also so kann man's

00:35:07: auch machen.

00:35:08: Wie ist es wenn ... sich jemand, der gern allein ist wie sie und sie haben vorher gesagt oder sich selbst diagnostiziert.

00:35:15: Autistische Züge sogar!

00:35:17: Bei dem Akt des Malens auch im Prinzip ausziehen muss jetzt nicht wirklich gegenständlich als Sie wissen was ich meine vor den Modellen und das Innerste herauskehrt.

00:35:28: Ist es ganz wichtiger Teil des Prozesses?

00:35:31: Oder ist es ein Teil des Processes, denen sie vielleicht gar nichts zu mögen aber der notwendig ist damit sie am Ende so lange Zeit mit den Leuten verbringen

00:35:39: Ja.

00:35:39: Also ich denke da ehrlich gesagt gar nicht mehr drüber nach.

00:35:42: und man muss auch verstehen, dass wenn einer dann ins Atelier kommt eine und sich hinstellt und sich von mir fotografieren lässt und also in der Folge dann auch Modell steht oder sitzt oder liegt heißt das, dass es ein Vertrauensverhältnis zwischen uns geben muss?

00:35:59: Sonst klappt das gar nicht!

00:36:01: Und wenn dann der Mai-Prozess beginnt und die ist dann im Atelier passiert das auf wechselseitigen Vertrauen.

00:36:10: Ich denke da auch gar nicht mehr drüber nach, ob ich mich selber aufblattle mit irgendwas oder so ... Das ist halt dann so und es ist eigentlich zwischen allen und mir ein starkes Band, dass bleibt.

00:36:23: Wenn wir gemeinsam diese Bergwanderung oder Gipfel-Tour oder was sich beschritten hat, was ja sowas isst, dann bleibt man verbunden.

00:36:33: also ich würde sagen Kriegskameraden sind wir da.

00:36:37: Stacke Aussage, absolut!

00:36:39: Frau Hausner es gibt für mich Menschen die sind so besonders dass sie völlig alt das loswirken im Gespräch und bei ihnen geht's mir so ist die Kunst ihr Jungbrunnen?

00:36:50: Hoffentlich sage ich nur Danke, ich hoffe es.

00:36:55: Es gibt Leute die von innen heraus strahlen dass irgendwie dieses normale alternder Menschen einfach nicht angreift.

00:37:03: Und wenn das die Kunst ist, ist ja das wunderbar.

00:37:05: Wenn man das gefunden hat was einen so ausfüllt dass man einfach gerne am Leben ist und dass man eben sich dem irgendwie entziehen kann?

00:37:13: Naja ich hoffe Künstler sind ja auch ganz lang noch tätig irgendwie und machen irgendwie so... Also wir hoffen es.

00:37:24: Der stimmt!

00:37:24: Künstlern und Pfarrer.

00:37:25: Aha okay und Dirigenten nicht mehr über ihn.

00:37:28: Das

00:37:28: stimmt absolut genau.

00:37:30: Einen, den Sie auch sehr toll ins Zähne gesetzt haben ist Andre Heller.

00:37:35: Den Sie schon länger kennen, ich sag nur Rosenkavalier war ein Bühnenbild das Sie für ihn gemacht haben und jetzt sind sie in seinem Park mit der Skulptur... Was verbindet Sie mit Andre Hella?

00:37:47: Ich finde er eine einmalige Erscheinung.

00:37:50: Er ist ein total origineller, gebildeter, lustiger, also ein super Typ!

00:37:59: Ich bin immer begeistert von ihm und er ist ein Künstler.

00:38:03: Und er ist selber ein Kündler, und er bewirkt Kunst durch seine Projekte.

00:38:09: Also das muss man ja alles einmal stemmen.

00:38:13: Und dazu hat er einen Witz und einfach ein gescheiter Kerl.

00:38:16: Er ist ein Bezauberer also er hat ja nicht umsonst es war Zaubera oft so verwendet und ich kann dem nur zustimmen.

00:38:25: Ich finde auch er bezaubert mich Und hoffentlich alle.

00:38:28: Tut er eh!

00:38:29: Ja, tut er wirklich, das stimmt.

00:38:31: Frau Hausner, ich würde gerne über ein Zitat zurückkommen in Salzkammergut von Ihnen.

00:38:35: Das war der Salzkammerngut in Sicherheit aber trotzdem noch einen Blick auf die Welt wirft.

00:38:41: Sie haben gesagt wenn ich lang genug auf den Traunstein schau ist mir Afghanistan egal.

00:38:46: Österreich ist eine gefährliche Idylle.

00:38:48: gilt das für sie immer noch oder mehr denn je?

00:38:51: Ja es gilt immer noch.

00:38:53: also deswegen ist ja auch diese Sag mal, dieses Berlin als Gegenpol ist ja auch total wichtig und gut.

00:39:00: Weil eben natürlich ... Klar ich schau auf den Traunstein aber ich schaue auch die Nachrichten an und insofern bin ich schon angedockt geerdet in der Welt.

00:39:11: Aber es stimmt schon man muss eben eine Großstelle Ich war gerade in London weil ich dort was gedruckt habe Eine Edition für Albertina Und da bin ich durch London marschiert wieder.

00:39:25: Das sieht man halt, was Armut ist und alles, was anders ist auf der Welt als das Salzkammergut.

00:39:29: Also wenn man hier dann in Ischel am Markt geht und diese blau gespülten, reizenden Damen die mit den Körperln noch gehen und dann so ... Ich bin Ischl begeistert mich apropos Salzkammern.

00:39:40: gut dort haben sie noch Einzelhandel und so nicht zu entdeppertes Shopping-Center wie gemunden wo alles kaputt ist in Gemunden.

00:39:47: also da sind wir am Rande.

00:39:48: Nein, Ischl ist toll und der Tronstern ist toll aber Ich bin dann auch sehr froh, wenn ich durch Berlin oder London gehen kann und sehe was da so los ist in der Welt.

00:39:59: Ich weiß es zwar im Kopf aber das Erlebnis ist ja immer noch etwas anderes als das theoretische Wissen.

00:40:05: Und Englern ist so arm!

00:40:09: Das gibt's gar nicht.

00:40:10: also natürlich wissen wir dass es riesige Besitztümer in der Aristokratie geht.

00:40:19: Der Eindruck auf der Straße haut mich schon nieder.

00:40:22: Und das ist in Berlin ja auch ein bisschen so.

00:40:24: Ich meine, wenn man in Berlin hat ... Berlin ist eine prickelnde ... Nein, prickeln ist das falsche Wort!

00:40:29: Berlin ist ne tolle Stadt für junge Leute aber auch für Künstler und Berlin zeigt ja alle diese Sachen die man in London auch sieht, das soziale Elend und alles.

00:40:39: Die Aggressionen und das Ganze, das sieht man halt deswegen.

00:40:42: Berlin ist ein toller Brennpunkt und für Künder auch total interessant.

00:40:46: Ich hab auch gern, ich mein jetzt interessiert mich und bin auch immer sehr gern dort.

00:40:53: Und ich habe auch gern diesen frechen Witz den die Hammer und diesen aggressiven Schädel und so.

00:40:58: Das ist alles gut!

00:40:59: Aber eben man sieht was ausschaut und das ist ein Unterschied ob ich es weiß als Theorie weiß im Kopf und ich weiß ja auch theoretisch was in England ist.

00:41:07: aber wenn ich dann auf der Straße gehe diese Druckwerkstatt ist in Tottenheim falls einer weiß wo das ist Tottenhelm Hotspur, diese Fußballsache.

00:41:19: An dem Stadion bin ich immer vorbeigefahren und wenn man dann dort aussteigt sieht man wie es... einfach brauche ich gar nicht natürlich wissen das kann noch viel schlimmer als in Dortmund ausschauen.

00:41:30: aber ich meine nur.. Es ist so nahe und man sieht auch wieder Alltag ausschaut Und man sieht eben dass das Leben ganz anders ausscharen kann als im Salz.

00:41:39: kann man gut keine Frage.

00:41:42: Die Welt ist globalisiert und vernetzt.

00:41:44: Und alles leben wir hier in einer vermeintlichen, sicheren Blase, die es eigentlich gar nicht gibt?

00:41:50: Naja, es gibt sie noch!

00:41:51: Es ist eine Insel der Seligen, wenn man schauen wie langs hält... Ich bin nicht sicher dass es da ewig so friedlich weitergehen wird.

00:41:59: Das kommt einfach darauf an, wie viel globaler Druck und Veränderungen entstehen werden.

00:42:04: Und wenn das stark genug ist wird hier auch die Dülle diese scheinbare Welt der Sicherheit um das noch mal zu zitieren, wird zerbröseln.

00:42:16: Wir haben noch nie so braunes Gras gehabt als Heuer und wir haben Sturmschäden gehabt und ich weiß nicht was.

00:42:23: Früher haben wir gejamert, dass man die Lodenmantel anziehen müssen und in Kärnten ist Deutsche Wieter.

00:42:28: Und Kärnten ist Italianità!

00:42:31: Wir hier müssen immer mit dem Nieselregen gehen.

00:42:34: Inzwischen bin ich glücklich, weil wir noch ein bisschen einen Nieselergen haben... ...und den Kärnenden sind nur noch viel mehr verbrutzelt.

00:42:42: Ja,

00:42:42: wir haben ihn ähnlich nicht mehr.

00:42:44: Ich meine, geografisch ist es noch ganz gut in Österreich.

00:42:48: dann halt in Richtung Skandinavien.

00:42:50: Wird sich noch ein bisschen halten, aber ich kann mir nicht vorstellen, wenn wir so weitermachen warum soll das Halt machen?

00:42:56: Und und es wird mit den Flüchtlingen wird's ja auch noch ganz anders zugehen weil es wird einfach dieses... ganze Gerede von, na ja das sind ja nur Wirtschaftsflüchtlinge und so.

00:43:05: Aber nein es werden die Klimaflüchtlinge objektiv gesehen.

00:43:08: wenn sie mal fünfzig Grad hat und kein Wasser ist in Afrika wo sollen sich hingehen?

00:43:13: Es ist ja klar dass der Druck zu uns kommt, die Bevölkerung.

00:43:17: Es gibt halt kein Leben mehr dort!

00:43:19: Es is zu heiß, es is kein Wasser.

00:43:21: was wollen wir uns dann noch über ein paar Klimaflüchlinge den Kopf zerbrechen?

00:43:26: ich mein bin auch dafür dass alles untersucht wird Und dass wir irgendeine Ordnung finden in Europa, das bin ich total dafür.

00:43:35: Aber ich meine nur Klimawandel wird noch ganz anders werden und dann werden wir schauen ob man da so bequem sitzen werden.

00:43:43: Ich habe meine Zweifel!

00:43:46: Es ist so... Wir waren vor kurzem bei einem Limnologen.

00:43:49: Das war sehr spannend.

00:43:50: Vor drei oder vier Folgen oder zumindest kurz nach hundert.

00:43:54: Lymnologie ist die Beschäftigung mit den Binnengewässern, den Flüssen und den Seen, den Gletschern usw.

00:44:00: Das war wirklich alles das Interessante des Instituts am Mondsee und der hat ein eher düsteres Bild.

00:44:08: Bild der Möglichkeiten, der Revitierung dieser Klimakatastrophe.

00:44:14: Aber er hat an sich gemeint, wenn wir so weitermachen werden, dass die Sommer werden auf die wir uns einstellen können.

00:44:19: und da bin ich auch überzeugt.

00:44:20: Und ich glaube, wenn Sie das auch so sagen sie sind auch schon lange hier, so etwas hat es noch nie gegeben oder?

00:44:26: Nein nein und das sagen ja auch alle also den Limnologen merke ich mehr, dass.

00:44:30: das gibt aber andere... Klimaforscher und also andere Menschen, die ich im Fernsehen öfter sehe sagen an diesem Sommer werden wir uns gewöhnen müssen.

00:44:40: Und er wird noch viel schlimmer.

00:44:43: Verstehe ich total?

00:44:45: Ganz klar!

00:44:46: Trotzdem sagt der Gott sei Dank sehr positiv, dass das Salzkammergut der Schwamm österreich ist.

00:44:51: Weil hier einfach so viel Wasser durch die Seen gebunkert ist und zwar köstlichstes Wasser.

00:44:57: Dass man das schützen muss und dass man renaturieren soll, dass man schauen sollte, dass die Natur ihre Räume zurückkriegt, dass wir nichts mehr verbauen sollen sondern lieber alte Substanz besser nützt usw.

00:45:09: Sind wir wieder bei ihrem Atelier?

00:45:10: Das ist ja ein Traum hier!

00:45:12: Wie sind Sie eigentlich zu dem Atelier gekommen?

00:45:16: Dieses Atelier war ein großer ... Partyraum ursprünglich.

00:45:24: Und ich bin dazu gekommen, indem ich hier eingezogen bin und eingezungen bin, weil ich meinen Mann geheiratet hab.

00:45:32: Der war schon immer hier.

00:45:34: Ich war fünf Minuten weg in einem anderen Bauernhaus, das ich auch noch hab.

00:45:40: Da habe ich ja auch einen Atelier.

00:45:43: Aber es war eh zu klein.

00:45:44: Und dann haben wir hier umgebaut und das zu einem Atelier gemacht.

00:45:50: Wir haben da Veränderungen vorgenommen, damit das Ganze klappt.

00:45:57: So habe ich das mit der Zeit belebt.

00:46:01: kann ein Atelier für sie groß genug sein, weil wie wir heute hergekommen sind hat ihre Assistentin oder wie auch immer Sie sich nennen gesagt es ist halt zu klein.

00:46:10: Aber das ist ja ein großer Raum und Ihre Bilder sind auch groß!

00:46:14: Ja das ist nett dass ihr das gesagt habt.

00:46:15: Das sagt sie in Solidarität mit mir, weil ich sage das auch immer schon jetzt und deswegen habe ich auch drüben den Schuppen.

00:46:25: Den hab' ich schon... mit so skulpturalen Sachen belegt, weil das vertagt sich auch schlecht in der Arbeitstechnik.

00:46:32: Der Dreck, den man dort macht ist ein anderer als der Dreck beim Malen.

00:46:35: Also jedenfalls ja ... Das ist ein heißes Thema hier die Platzfrage und die Expansion.

00:46:45: Wir haben noch was herausgefunden.

00:46:46: es sind Gründungsmitglied- und Vorstandsmitglieder von Women Without Borders Frauen ohne Grenzen.

00:46:51: erzählen Sie uns etwas drüber?

00:46:53: Ja, das ist eine NGO, eine super Sache.

00:46:58: Eigentlich im Fokus haben jetzt Frauen aufzurüsten, damit sie eine Wahrnehmung haben über Radikalisierung.

00:47:08: Zum Beispiel über die Radikalisierung ihrer Kinder, ihrer Söhne – das richtet sich ja vor allem auf muslimische Länder, die Frauen sollen verselbstständigt werden und sollen eine Wahrnemmung haben und sollen sich auch melden und sollen auch verhindern einer Radikalisation ihrer Söne.

00:47:25: Das ist ein wichtiger Fokus.

00:47:27: Und es geht immer wieder um die Gleichstellung der Frauen und die Rechte der Frauen, also Frauen sind im Fokus aber eben auch mit diesem eigentlich speziellen Blick Frauen in der Terrorismusfrage auch mitein zu beziehen als also wahrnende wie soll man sagen Vorschaltgeräte oder so.

00:47:52: Interessanter Ansatz!

00:47:54: Erinnert mich jetzt daran, dass ich das Gefühl habe, dass Museen plötzlich auch Frauen in der Kunst entdecken.

00:48:01: Dies Jahrhunderte lang schon gab.

00:48:03: aber eigentlich war das auch nie eine Gleichberechtigung?

00:48:07: Ja ja natürlich, Frauen in die Kunst sind jetzt der Trend.

00:48:12: Interessant oder?

00:48:12: Total!

00:48:13: Jetzt tun mir schon alle Männer leid.

00:48:17: Mein Mitleid hält sich in Grenzen auf, weil ich meine wir haben halt einen Riesennachholbedarf.

00:48:25: Und das passiert jetzt und das passiert Schritt für Schritt und ich finde es super!

00:48:31: Haben Sie das Gefühl oder verspüren Sie eine Verpflichtung?

00:48:35: Weil sie eben erfolgreich sind mit dem was die tun in der Öffentlichkeit stehen etwas zurückzugeben zum Beispiel mit dieser NGO ist das da Antrieb gewesen bei Ihnen?

00:48:44: Also, schön, dass Sie es so formulieren.

00:48:46: Aber ich hätte diesen Gedanke des Zurückgebens jetzt gar nicht gebraucht dazu, dass ich mich da engagiere ... Weil die Frauenfrage und die Frage der Gerechtigkeit aber auch da ... Die Frauen einzubinden in diese ganzen ... ... terroristischen Überlegungen fragen, das wird verhältlich.

00:49:10: Das müssen wir rausgeben!

00:49:13: Ich hätte diesen Ich hätte diese Überlegung nicht gebraucht dazu, um mich bei Women Without Borders zu engagieren.

00:49:20: Weil das Thema liegt ja auf der Hand auch ich mache ja auch lauter Frauen und sozusagen die Gleichstellung der Frauen und die Gerechtigkeit was Frauen betrifft aber auch Frauen einzubinden in einen warnenden Prozess um Terrorismus fortzubauen.

00:49:36: also alles.

00:49:36: da sind Dinge die mich naturgemäß interessieren.

00:49:39: Ihr habt noch eine allerletzte Frage und zwar Wo geht die Reise hin für Sie?

00:49:45: Was glauben sie, wo die nächsten Stationen für Sie sind.

00:49:48: Sie sind es bei der Malerei gewesen, ursprünglich beim Bühnenbild.

00:49:52: Malerei ist ein großes Thema und ich habe auch das Gefühl, dass lässt sich nicht mehr los.

00:49:56: Jetzt die Skulpturen.

00:49:58: Gibt's was anderes, was Ihnen noch vorschwebt?

00:50:01: Nein!

00:50:01: Ich hoffe mir schwebt nichts mehr vor.

00:50:04: Ich bin total glücklich da, wo ich bin und wohin ich jetzt noch aufbrechen könnte.

00:50:11: Lass mich so mal beteben...

00:50:12: Ist das die Antwort von Ihnen oder von Ihrem Umfeld?

00:50:16: Na, das ist meine Antwort.

00:50:19: Wir sind übrigens auch total glücklich, dass wir bei Ihnen zu Gast sein durften.

00:50:22: Am Schluss haben wir immer einen kurzen Wordrap und bitten um kurze Antworten.

00:50:26: Nein, nichts Schwieriges ganz einfach!

00:50:29: Im Salzkammergut schmeckt mir.

00:50:33: Manchmal Schweinsbraten, manchmal Palachinken also alles ungesunde Sachen.

00:50:39: Ich finde ich total dafür.

00:50:40: Ja am Salzkamergut dockt mir nett

00:50:45: Boah, mir gefällt eigentlich alles im Salzkamer gut.

00:50:48: Aber naja ... die Pinder total dafür!

00:50:52: Ich weiß jetzt gar nicht, welche Engherzigkeit ich nicht dafür stehen könnte.

00:50:56: Nein, weiß ich.

00:50:57: Aber das ist doch eigentlich die beste Antwort oder?

00:50:59: Ja wahrscheinlich sozusagen vielleicht blende ich da gerade was aus aber...

00:51:04: Es ist dieser Bubble in der wir leben.

00:51:06: Ja genau!

00:51:09: Vielleicht eine andere Richtung, im Salzkammergut fehlt mehr.

00:51:15: Mir fehlt auch nichts her.

00:51:17: Mir fällt da gar nix, ich bin da gern und... Na, es fehlt mir manchmal.

00:51:27: Aber dann fahre ich halt hin aber ich verlang das ja nicht vom Salzkammergut dass es das leistet.

00:51:31: Es wird doch gar nicht hierher passen.

00:51:34: Aber mir fehlt auch New York immer wieder!

00:51:37: Und am Salzkamergut ist das Allerwertvollste?

00:51:41: Die Natur glaube ich Die Schönheit der Natur, die ist so grenzenlos.

00:51:46: Ich bin so begeistert hier, wenn ich in der Früh aus dem Fensterschau frage mich wie kann das sein?

00:51:52: Das ist mein Alltag hier ja!

00:51:54: Das ist mir übrigens ... Weiß nicht ob wir die Zeit noch haben... Ja, alles.

00:51:59: So ist es mir vor vierzig Jahren gegangen oder forty-fünf Jahre, wie ich hergekommen bin.

00:52:04: Da bin ich im November in Kmonen und ich bin auch gerne im Winter hier.

00:52:08: Corona habe ich ganz bequem überstanden.

00:52:12: Gmunden ist auch eine Stadt, die im Winter funktioniert.

00:52:16: Und das ist eben eine echte Stadt am Attersee.

00:52:20: Ist sowas nicht und im Wolfgangsland ist alles irgendwie tot.

00:52:24: aber in Gmünden gibt es es und man kann auch heute noch im Café sitzen wie der Thomas Bernhard seinerzeit.

00:52:29: Ich bin im November bei Nebel die Kirchengasse runtergegangen weil ich bei einem Schuster war.

00:52:34: Das muss mich auch empfehlen.

00:52:35: da gibt's noch einen Schuster gegeben dort.

00:52:38: Und da war ich noch nicht lang da.

00:52:41: Das war alles neblig und man hat so ein bisschen den See gesehen, die Kirchengasse geht ja steil runter... ...und ich habe das so geschaut und ich habe mir gedacht welch ein Privileg dass ich hier sein darf!

00:52:50: Ich darf meine Schuhe richten im Arm betrachten dieser kolossalen Natur und dieser Schönheit.

00:52:58: Und das empfinde ich als das größte Privilegg.

00:53:01: Liebe Xenia Hausner, es war uns eine Riesenehre das wir sie zu Gast

00:53:10: hatten.

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